Donnerstag, 26. August 2010

Etappe 23: Melbourne - Canberra

Hallo an alle,

mir wurde ja im Vorfeld schon Einiges (meistens Negatives) ueber Canberra erzaehlt: Dass es da ausser Museen und Politik nichts zu sehen gibt; dass man sich die Fuesse blutig laeuft, wegen der viel zu langen Distanzen; und natuerlich, dass die Stadt so haesslich und eintoenig ist, dass man am besten einen weiten Bogen darum macht.

Um eins vorwegzunehmen: SOO schlimm ist Canberra nicht!

Aber wenn ich mir den Ausflug fuer 3 Tage gespart haette, haette ich jetzt auch nicht das ganz schlechte Gewissen haben muessen.

Es stimmt, dass in Canberra alles relativ weit auseinander liegt, aber ich empfand die Lauferei jetzt nicht wirklich als stoerend. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich jetzt schon fast 3 Monate quasi ununterbrochen aber wirklich alles zu Fuss erkundet habe. Man haertet schon ab.

Was einem wirklich stoerend auffaellt, ist nicht dass in Canberra alles eher pragmatisch und nicht aesthetisch gebaut wurde, sondern dass es so leer ist.
Ich hatte zeitweise den Eindruck durch eine Stadt nach einem Atomwinter zu laufen, so wenige Menschen hab ich getroffen. Man kann durch Canberra stundenlang kreuz und quer laufen, ohne dass man Gefahr laeuft, dabei von irgendjemandem gestoert zu werden.

Nach einer Weile war das aber eher unheimlich als entspannt.

Ich hatte 3 volle Tage in Canberra eingeplant und die hab ich auch gut gefuellt bekommen. Es gibt naemlich doch ganz nette Sachen zu besichtigen. Die meisten Attraktionen fangen mit National... an oder hoeren mit...of Australia auf oder beides:
National Gallery, National Portrait Gallery, Old Parliament House, Parliament House, Kriegsdenkmal, das Botschaftenviertel und das Questacon.

Letzteres war ein absolutes Highlight. Das Questacon ist eine Art Wissenschaftsmuseum zum Experimentieren. Optische Taeuschungen, Schwerkraftkarussell, Freefalltower. Ich hab insgesamt 4,5 h da drin verbracht (Bilder machen war leider nicht erlaubt).

Dafuer hab ich ne Menge davon in den beiden Parliamenthaeusern (Old: bis 1929, New: ab 1929) gemacht. Die Farben fuer die 2 Kammern wurde bei den Briten abgekupfert, aber weil man Eigenstaendigkeit zeigen wollte, etwas veraendert. Rot ist hier jetzt rosa und das Gruen geht ins Auswurfhafte. Ziemlich misslungen!

Das Botschaftenviertel war nochmal ein Highlight, weil die Botschaften von der Stadtverwaltung darum gebeten wurden, ihre Botschaften moeglichst jeweils landestypisch zu gestalten. Und einige haben das auch wirklich gut und schoen umgesetzt (Ich nehms vorweg: Deutschland nicht!)

Tja insgesamt kann ich sagen, dass ich die Zeit hier ganz gut genutzt habe und das 3 Tage gerechtfertigt waren. Es haette aber um Gottes Willen nicht mehr Zeit sein duerfen.

Genau diese 3 Tage hab ich jetzt auch wieder in Melbourne zu fuellen, bevor es dann am Montag (endlich) nach Tasmanien geht.

Davon dann alles in der naechsten Etappe.

Euer Matthias

Bilder diesmal: Canberra (vor allem Parlamente und Botschaftsviertel)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen