Mittwoch, 30. Juni 2010

Etappe 7: Noosa - Hervey Bay (Fraser Island)

Hallo an alle,

wie versprochen hier wieder ein laengerer Blog.

Nachdem ich mit dem Greyhound in Hervey Bay angekommen war, hatte ich erst mal einen halben Tag, um die Stadt zu erkunden.
Ein richtiges Stadtzentrum gabs dort nicht, sondern nur endlose vorstadtaehnliche Strassen voller Wohnhaeuser und Sportanlagen. Und natuerlich einen Strand (diesmal nicht der Rede wert) mit einem kleinen Wattenmeer (wer schonmal an der Nordsee war lacht darueber, aber immerhin).

Im Hostelzimmer traf ich dann schon auf 3 meiner Tourmitglieder (3 Englaender, fussballbegeistert, am Boden zerstoert, ich hatte den Anstand nicht noch draufzuhauen) fuer die Selfdrivetour auf Fraser Island, der groessten Sandinsel der Welt und gleichzeitig Weltnaturerbe.

Wir waren uebrigens die letzte Selfdrivetour; ab dem 1.7. gibts nur noch gefuehrte Touren.

Morgens gabs noch ein kurzes Briefing (mit dem Tenor: tut dies und das auf keinen Fall sonst muesst ihr alle sterben und werdet danach von der Regierung verklagt) und dann gings auch schon los.

Unsere Reisegruppe bestand aus 16 Leuten zwischen 18 und 32 (fuer alle dies genau wissen wollen: 5 Briten (darunter 1 Schotte), 3 Franzosen, 2 Deutsche, 2 Chinesen (oder aehnliches), 1 Ami, 1 Kanadier, 1 Finne und 1 Schweizer) aufgeteilt auf 2 Autos.

Mit der Faehre gings dann nach Fraser Island und von der Anlegestelle ueber abenteuerliche Inlandsandpisten quer ueber die Insel (da bin ich uebrigens noch nicht gefahren, sondern der Schotte (Peter)).

Unterwegs unternahmen wir dann den ersten Versuch zum Lake MacKenzie zu kommen (im Meer durfte man wegen Haigefahr nicht baden) wurden aber von einer gespannten Kette aufgehalten und gelangten dann auf der anderen Seite der Insel auf den Inselhighway am Strand.

Ab dann bin ich dann gefahren. Auf dieser Sandinsel zu fahren ist seltsam. Dauernd muss man gegenlenken und hat das Gefuehl das Auto hat sich die Richtung schon selbst ausgesucht und man muss jetzt dagegenarbeiten.

Unterwegs kamen wir an einem alten Schiffswrack (immerhin schon 100 Jahre alt), einem (tiefen) Fluss und Sandsteinformationen in Form von Huetchen vorbei (Pinackles).

Auf einem speziell gemieteten Campinggelaende verbrachten wir dann den Abend mit Burgern und Wein (letzterer abgefuellt in grausigen kissenaehnlichen Behaeltern namens Goons).

Dann kam die Nacht: Und in der hatte die Tour die schon einen Tag laenger da war nichts besseres zu tun als um 2 Uhr nachts unsere Zelte einzureissen.
Daraufhin ging der eine Englaender (Danny) zu einem der Verursacher, erkundigte sich kurz, ob er es gewesen waere und handelte nach dessen Bestaetigung britisch.

Das Zelt war im Dunkeln uebrigens nicht mehr aufzubauen (zumal mit diesem Alkoholspiegel aller Beteiligten) und so mussten wir uns auf die anderen Zelte verteilen.

Das Ganze wurde die ganze Zeit von Dingos im Gebuesch verfolgt, die einen anderen Englaender und die Kanadierin am Ende leicht gebissen haben.

Am naechsten Morgen wachte ich unausgeschlafen und leicht verkatert frueh auf und durfte passenderweise auch noch weiterfahren, weil es Peter noch dreckiger ging.

Weiter den Sandhighway hinauf kamen wir dann zu einer riesigen Duene mit angrenzendem See und dem Aussichtpunkt Indian Head von dem aus wir ungelogen sowohl Wale als auch Delfine, Haie, Mantas und eine Schildkroete beobachten konnten.

Nach einem Strandmarsch von einer halben Stunde weiter nach Norden gabs dann noch die Champagne Pools zu sehen (kleine vom Meer abgetrennte Salzwasserseen).

Wieder zurueck am Camp verbrachten wir diesmal am Lagerfeuer (Jussi der Finne hat schaetzungsweise den halben Wald verfeuert) waehrend die neu angekommene Gruppe "versehentlich" unsere Cookies aufass.
Das machte Reuben, einen weiteren Englaender, so rasend, dass er (in feinstem Oxfordenglish) aus der Haut fuhr ("for Heavens sake"). Das allein waren die Cookies schon wert.

Richtig geschlafen habe ich in dieser 2. Nacht auch nicht, aber diesmal lag ich wenigstens im eigenen Zelt.

Am 3. und letzten Tag gings dann doch noch zum Lake MacKenzie (die Kette hatte jemand niedergerissen). Wir einigten uns darauf, dass die Kette nie existiert hat und fuhren zum See mit weissem Sand und kristallklaren Wasser (klingt abgedroschen, entspricht aber der Wahrheit).

Nach einem kleinen Lunch an einem anderen Lake gings dann wieder zurueck zur Faehre und dann zum Hostel, wo ich noch eine Nacht verbrachte (mit allen anderen aus meinem Auto in einem Zimmer; es wurde dann noch spaet).

Aus gegebenen Anlass gibts heute ein paar mehr Bilder (Danke fuer die Komplimente!:-)) natuerlich von Fraser Island.

Bis bald

Euer Matthias

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